Slàinte mhath     

  

  

Wer käme auf die Idee, in einen alten Martell Cordon Bleu ein paar Eisstücke zu werfen und ihn dann mit Cola aufgefüllt runter zu kippen? Das wird bekannter Weise mit Asbach in vielen deutschen Kneipen allabendlich genau so gemacht. Aber bei einem Hine, besagtem Martell, einem Renault Carte Noir oder einem Chateau Fonpinot kämen wir gar nicht auf die Idee. 

Stellt sich also die Frage, warum haben wir Deutschen eine so gute Cognac-Kultur und gleichzeitig eine bemerkenswert schlechte Whisky-Kultur. Sind uns die Franzosen so viel näher, als die Schotten oder die Iren. Wieso glauben wir Deutschen, wenn wir einen Johnny Walker Black Label trinken, schon die ultimative Whisky-Stufe erreicht zu haben? Glauben Sie mir, man kann auch einen Scharlachberg 15 Jahre lagern, er wird dadurch nicht deutlich besser. Ein Massenprodukt bleibt ein Massenprodukt. 

Vor vielen Jahren hatte ich das großartige Vergnügen, von einem Schotten in die Welt des schottischen Whiskys eingeführt zu werden, in die Trinkkultur des Malt-Whiskys aber auch in die Traditionen der Herstellung und die unterschiedlichen Brennereien. Dabei kam ich mit wunderbaren Namen, exzellenten Düften und traumhaften Aromen in Berührung. Einen ganzen Monat lang waren wir auf Schusters Rappen in den Highlands unterwegs und sind dabei in mancher ‚Distillery‘ eingekehrt, haben gut gegessen – was ja in England fast unmöglich erscheint – und natürlich sehr guten Whisky getrunken. 

Vielleicht haben Sie nach Lektüre dieses Wegweisers durch die Welt des Malz-Whiskys auch Lust, diesen Teil Europas zu ergründen. Ich weiß nicht, ob Sie ganz ohne Kater davonkommen, aber eines ist sicher, Sie werden eine unvergessliche Reise antreten. In Schottland spricht man drei Sprachen: Englisch, Schottisch und Schottisch-Gälisch. Aber keine Sorge, Englisch versteht hier jeder; Schottisch sprechen hier etwa 30% und Schottisch-Gälisch spricht gerade mal 1% der Bevölkerung im äußersten Norden. 

Aber nach spätestens dem dritten Whisky verstehen sich alle bestens miteinander. Bekannt wurden weltweit etwa 188 Whisky-, Whiskey und Bourbon-Brennereien, wovon es 2013 noch etwa 130 gibt. 52 sind geschlossen und abgerissen worden, eine ist abgebrannt. 107 gehören zum Vereinigten Königreich. Fünf davon, nämlich Blackadder International Ltd, Havin Ltd., St. Austell Brewery, St. George‘s Distillery und The Organic Spirits Company stehen auf englischem Boden. 102 Brennereien sind bis auf den heutigen Tag in Schottland aktiv. 

Die kann man in einem Monat kaum alle kennenlernen, Man kann ebenso wenig eine Tour durch Deutschland machen und alle Biersorten kosten – durch Köln vielleicht, das müsste gehen. Die interessantesten Whisky-Destillen habe ich Ihnen in diesem Buch zusammengestellt und möchte Sie Ihnen gern auf meine Art präsentieren. Viel Freude beim Lesen. Ach - und ehe ich es vergesse, mein absoluter Lieblings-Single-Malt ist und bleibt der Dufftown Glenlivet, obwohl ein alter Glengoyne ihm nach und nach den Platz streitig macht, aber da er so schwer zu beschaffen ist, wird Dufftown Glenlivet wohl noch eine Weile im Regal meiner Hausbar stehen. 

 

 

 

Kleine Eigenwerbung: